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Samba zuzüglich Mehrwertsteuer???

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Daß Samba einen Mehrwert darstellt - etwa im Vergleich zu den televisionären Auswüchsen deutscher 'Volks'-Musik - wird niemand ernsthaft in Frage stellen. Aber deswegen gleich Steuern auf diesen Mehrwert zahlen???

Hat eine Samba-Band einmal das Glück, einen Firmenauftritt an Land zu ziehen, heißt es häufig: "Aber wir brauchen eine Rechnung mit Mehrwertsteuer!" Das ist so natürlich nicht richtig, denn wenn ihr - wie die meisten Samba-Gruppen - mangels Umsatzes gar nicht zur Umsatzsteuer (=Mehrwertsteuer) herangezogen werdet, dann dürft Ihr überhaupt keine Rechnung stellen, die Mehrwertsteuer ausweist.

Richtig ist, daß die Firma eine Rechnung benötigt. Und aus der Rechnung muß die Buchhaltung der Firma (und später der Prüfer vom Finanzamt) erkennen können, wie die Zahlung umsatzsteuerlich zu verbuchen ist - im Regelfall mit 0% Mehrwertsteuer. Denn 99,8% der Samba-Gruppen in Deutschland fallen unter die sogenannte Kleinunternehmer-Regelung und sind damit überhaupt nicht umsatzsteuerpflichtig.

Ganz, ganz, ganz vereinfacht: Wenn Eure Gruppe im letzten Kalenderjahr keine 15.000 Euro an Gagen oder sonstigen Einnahmen (etwa aus CD-Verkauf) gehabt hat, und ihr auch im laufenden Kalenderjahr keinen höheren Umsatz erwartet, dann ist die Band als 'Kleinunternehmer' von der Umsatzsteuer befreit. Und dann gehört unter die Rechnung der schlichte Satz:

[Sambagruppe XY] wird gemäß § 19 UStG nicht zur Umsatzsteuer veranlagt, der Rechnungbetrag enthält daher keine Mehrwertsteuer.

Das ist alles, was die Buchhaltung des Firmenkunden braucht, um die Rechnung richtig zu verbuchen. Alle anderen Ideen - Rechnung mit Mehrwertsteuer schreiben, obwohl keine Steuerpflicht besteht, Rechnung unter dem Namen einer befreundeten Firma ausstellen, die mit dem Auftritt überhaupt nichts zu tun hat o.ä., sind einfach nur ungeschickt, und können auch ganz schnell ganz teuer werden, wenn das Finanzamt einmal dahintersteigt.

Solltet ihr dagegen zu den 0,2% der Bands gehören, die über 15.000 Euro im Jahr Umsatz erzielen, oder dem zumindest nahekommen, solltet ihr wegen der richtigen steuerlichen Behandlung jemanden fragen, der richtig was davon versteht. Denn in Wirklichkeit ist alles noch viel komplizierter, und Geld verschenken wollt ihr vermutlich nicht.

Ein Dankeschön geht an unseren Rechtsanwalt aus Herzogenaurach für die rechtlichen Informationen in diesem Beitrag.

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